Weiß jemand wo Escalante ist? Silberne Hochzeit in der Ferne.

2020 sind Kerstin und ich bereits 25 Jahre verheiratet. Weil das nicht jeder schafft und damit für uns ein besonderes Ereignis ist, wollen wir das auch gebührend feiern. Aber nicht als Fete, so wie wir das noch von unseren Eltern kennen, sondern als Reise. Und schon haben wir wieder eine Herausforderung zu meistern: eine Reise hat ein Ziel, welches wollen wir?

Neuseeland schwirrt durch unsere Gespräche und wir befragen Freunde, Kollegen und Nachbarn. Alle sind begeistert von ihrem Besuch dieser phantastischen Landschaften und der freundlichen, entspannten Menschen. Die Anreise ist weit – unter 24 Stunden kaum zu meistern und manchmal sieht es so aus, als ob Neuseeland = Irland, Alpen, Sauerland, Nordsee. Wir können uns am Ende doch nicht so ganz erwärmen.

Malediven: seufz, traumhafte Strände, Palmen, Bungalows, Meer und Fische. Ich schaue nach rechts zu Kerstin. Langer Flug und von Male bis zur Insel Speedboot oder Wasserflugzeug. Für mich das allergrößte Vergnügen, für Kerstin der Horror weil sie schon auf der Startbahn in Düsseldorf die Finger in die Armlehne krallt. Und wenn wir da sind, was dann? Ich schnorcheln, tauchen, entdecken und Kerstin im Bungalow oder am Pool? Hört sich nicht so optimal an.

Der Süden Englands mit den kleinen Städtchen und noch kleineren Häuschen? Philip hat dort im Sommer Urlaub gemacht und tolle Bilder gezeigt. Aber auch hier: es greift uns nicht so tiefschürfend an, dass wir begeistert in die Planung einsteigen.

Ein Schwelbrand lodert wieder auf, als ich von Karsten aus München Bilder von seinem Urlaub per e-mail zugeschickt bekomme. Rote Sandsteinformationen, unglaubliche Overlooks, Sanddünen, Wasserfälle, Slot-Canyons (Narrows), Goblins, Hoodoos, Pictographen und vieles andere mehr. Ich muss die Karte befragen, denn ich habe keine Ahnung, wo Escalante liegt. Und ich stelle fest: es liegt mitten im Dreieck zwischen Las Vegas, Denver, Salt Lake City, etwas oberhalb vom Grand Canyon, etwas rechts vom Brice Canyon und mitten in einer wenig bevölkerten Region. Dirk Schäfer, ein Fotograf für eine Motorradzeitung, hat diese Ecke 6 Wochen lang mit Moped, Kamera und Drohne erkundet und in einem wirklich sehenswerten Vortrag zum „Südwesten der USA“ zusammen gebaut. Darin zeigt er auf eine lustige und doch respektvolle Art Menschen und Landschaften, die einfach atemberaubend sind.

Außerdem nehme ich Kontakt zum Buchautor Peter Felix Schäfer auf, der mir sein Buch „Wandern im Südwesten der USA“ signiert und zuschickt. Gegen Kohle natürlich, aber der e-mail-Verkehr war wirklich positiv, orientierend, freundlich und unterstützend. Danke nochmal an Sie, Herr Schäfer.

Wir wählen Utah als Ziel unserer Reise und ich beginne mit der Detailplanung. Schnell kommen sehenswerte 138 Einzelziele zusammen und es werden ständig mehr. Um das einigermaßen überblicken zu können programmiere ich mir einen Katalog, der aus einer Liste Infos zusammen trägt und anschaulich darstellt. Am Ende erwächst ein Plan daraus: Wir starten in Frankfurt, besuchen Las Vegas, fahren zum Zion Nationalpark, dann nach Escalante, überqueren die Boulder Mountains, bleiben eine Weile in Hanksville, fahren nach Denver (oder doch Salt Lake City?), fliegen nach New York und von da aus wieder nach Hause. 3 Wochen Wunder. Natürlich werden wir nicht alle 138 Ziele sehen, sondern unseren Weg im Detail so legen, dass wir viele davon erleben können. Mit der ersten Vorstellung unserer Reise fragen wir Philip, und noch bevor meine Frage mit einem Fragezeichen abgeschlossen wird schmettert er mir ein „Ja, komme gerne mit“ entgegen. Der Jung ist mit dabei und das ist für uns das Größte! Auch Oma und Opa machen mit: sie passen wieder auf Filou auf. Danke dafür.

Nichts geht ohne unsere LieblingsFrauHellwig. Bewaffnet mit Buch, Landkarte, Zeitplan und Computer entern wir drei gemeinsam ihr Reisebüro in der Stadt und gehen die Reise von vorne bis hinten durch. Wir entscheiden uns für Denver als Sprungbrett nach New York, denn Salt Lake City zählt neben Israel zwar weltweit zu den beliebtesten Religionstourismus-Reisezielen – mit jährlich drei bis fünf Millionen Besuchern ist der religiöse Platz des Mormonentums die am häufigsten besuchte Attraktion Utahs. Das ist jetzt aber nicht so ganz unser Interesse.

Denver hat im Gegensatz zu Salt Lake City eine deutlich längere Liste an Sehenwürdigkeiten und es lohnt sich dort schon eher eine zusätzliche Nacht zu verbringen.

Unser Zeitplan für die Reise

Na dann, lasst uns mal weiter ins Detail gehen: wir halten Euch auf dem Laufenden und ab dem Tag unserer Abreise werfen wir euch mit atemberaubenden Erlebnissen und Bildern zu. Der Anfang ist gemacht! Und wenn Ihr so lieb seid, uns Kommentare zu unserer Reisebeschreibung zurückzulassen, dann vergrößert das unser Glück noch mehr.

Also bis bald in diesem Kino!

Kerstin, Wolfgang und Philip

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